Dave Evans - Sinner

Genre: Heavy Rock n' Roll

(10.11.2004) - Es dauerte mehr als 30 Jahre bis es Dave Evans zu seinem Debütalbum brachte, doch vielleicht war es gar kein so großer Fehler, dass er nicht bereits früher aktiv wurde. Denn Evans hat sich im Laufe der Jahre gewandelt. Vom poppigen Glam-Rock weg zu den härteren Sphähren. Seine Rückkehr ins Musikbusiness leitete Evans, der sich nach seinem Ausstieg bei AC/DC mit der australischen Band Rabbit und einigen anderen Truppen einen kleinen Namen machte, bereits im vergangenen Jahr ein, wo er zusammen mit der Münchner AC/DC-Coverband „Over/Dose“ auf Deutschlandtour ging.

Auch in diesem Jahr zeigte er sich den AC/DC-Fans präsent und stand beim Coverbandtreffen in Wales und in Berlin zusammen mit „Hole full of Love“ auf der Bühne. In der Zwischenzeit hat er mit einigen alten Kollegen von Rabbit teilweise in der Heimat Down Under als auch in Deutschland an einigen Songs gearbeitet, die er nun auf „Sinner“ der Öffentlichkeit vorstellt.

In einigen Reviews der Scheibe wird sie als „AC/DC-Abklatsch“ abgetan, doch ich denke damit machen es sich die Rezensenten etwas zu einfach. Ok, der Riff von „D.O.A.“ erinnert vielleich ein wenig an Back in Black aber ansonsten ist das ganze Album eindeutig viel Vocal-lastiger als die Scheiben der Young-Brüder, die einen größeren Wert auf die Gitarren im Vordergrund legen. Bei vielen Songs arbeitet das Team von Evans hingegen mit Backgroundgesang, der meist fast im gesamten Refrain unterstützend eingreift.

Es war klar, das Evans nach dem „Promotion-Schachzug“ der Plattenfirma, mit einem Hinweis-Aufkleber auf Dave's AC/DC-Vergangenheit, mit Vergleichen zu eben diesen leben muss, doch einige Reviews und Fans behandeln ihn deshalb ein wenig unfair. Da wird von dem Versuch „wie eine Mischung aus Bon Scott und Brian Johnson zu klingen“ gesprochen, was allerdings eine Fehleinschätzung ist. Dave hat schon bei den Auftritten bei Coverbands eben nicht versucht, den einen oder anderen zu imitieren sondern immer seinen eigenen Stil zu wahren und genau das ist auch auf der Silberscheibe der Fall.

Wenn man ein hartes Gitarren-Rock n' Roll Album macht, ist es natürlich schwierig völlig anders als AC/DC zu klingen, den Plagiatsvorwurf muss ich an dieser Stelle jedoch entschieden zurückweisen. Jemand der über die Vergangeheit keine Kenntnisse hat, wird dieses Album zwar in eine Schublade mit Krokus, Cinderella und vielleicht Rose Tattoo stecken, aber nicht einen solch kritischen Blick wie manche AC/DC Fans auf die Dinge werfen.

Back on the firing line, Only the Good die Young, Sinner, Carnal Knowledge

  1. Back on the firing Line
  2. Rock n' Roll or bust
  3. Take me down again
  4. Only the Good die Young
  5. Sinner
  6. Carnal Knowledge
  7. Turn it up
  8. Out in the cold
  9. Go down Fighting
  10. Sold my soul to Rock n' Roll
  11. D.O.A. (Death on arrival)
  12. The Thunder down under
  • Dave Evans (vocals)
  • Mark Tinson (guitars)
  • David Hinds (guitars)
  • Mac (drums)
  • Ngariki (bass, guitars, sliedeguitar)
  • Simon Croft (guitars)