AC/DC wählten den Zeitpunkt für die erste Live-Scheibe mit Brian Johnson optimal. Nach mittlerweile 12 Jahren hatte er den übergroßen Schatten von Bon Scott endgültig verdrängt, und mit der vorausgehenden Studio-Platte und dem Smash-Hit THUNDERSTRUCK waren die Australier aus der Versenkung wieder aufgetaucht und angesagt wie selten zuvor. Natürlich musste es dann auch gleich ein Doppel-Album werden, denn wer würde sich ernsthaft zutrauen, aus einem Gig mit 20 Songs die 10 besten zu nominieren?
Heraus kam eine allseits abgefeierte Live-Scheibe, an der es eigentlich nicht viel zu mäkeln gibt. Die Song-Auswahl ist natürlich erste Sahne, und die Band tritt Arsch vom ersten bis zum letzten Ton. Trotzdem …. mir persönlich ist der Sound etwas zu höhen-lastig, so dass Angus Solo-Einlagen schnell zur Quälerei werden können. Außerdem leidet die Platte an dem Manko, mit dem alle Super-Stars zu kämpfen haben - Spontanität sowohl auf der Bühne als auch im Publikum ist bei Konzerten einer solchen Größenordnung einfach nicht mehr drin. Zugegeben, nicht die Schuld der Australier, aber trotzdem der Grund, warum ich im Zweifelsfalle die alten Club-Aufnahmen mit Bon-Scott, speziell LIVE AT ATLANTIC STUDIOS, immer noch vorziehe. Sei's drum: Eine geile Live-Scheibe ist es allemal!